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Vorschriften

BGI 581

Merkblatt für Fahrerkabinen mit Anlagen zur Atemluftversorgung auf Erdbaumaschinen und Spezialmaschinen des Tiefbaues (bisher ZH 1/184) Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften Fachausschuß "Tiefbau"

Januar 1996

Merkblätter

enthalten Festlegungen und Informationen, die die Anwendung der vorliegenden Erkenntnisse und Regelungen zu einem bestimmten Sachgebiet oder Sachverhalt bei der praktischen Arbeit erleichtern sollen.

Vorbemerkung

Der Einsatz von Erdbaumaschinen in mit Gefahrstoffen kontaminierten Bereichen, z.B. auf Müll- und Sondermülldeponien, erfordert umfangreiche Kenntnisse und gefahrenspezifische Maßnahmen. Dazu gehört auch eine ausreichende Versorgung der Fahrerkabinen mit Atemluft genügender Qualität. Die hierzu erforderliche Sicherheitstechnik befindet sich noch in voller Entwicklung. Dieses Merkblatt enthält den bisherigen Erkenntnisstand in einer ersten Zusammenfassung.

Die in diesem Merkblatt enthaltenen technischen Lösungen schließen andere, mindestens ebenso sichere Lösungen nicht aus, die auch in technischen Regeln anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder anderer Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum ihren Niederschlag gefunden haben können.

Prüfberichte von Prüflaboratorien, die in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder in anderen Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum zugelassen sind, werden in gleicher Weise wie deutsche Prüfberichte berücksichtigt, wenn die den Prüfberichten dieser Stellen zugrundeliegenden Prüfungen, Prüfverfahren und konstruktiven Anforderungen denen der deutschen Stelle gleichwertig sind. Um derartige

Stellen handelt es sich vor allem dann, wenn diese die in der Normenreihe EN 45 000 niedergelegten Anforderungen erfüllen.

Hinweis:

In diesem Merkblatt wird noch auf die derzeit gültige Fassung der "Richtlinien für Arbeiten in kontaminierten Bereichen" (ZH 1/183) verwiesen.

Zwischenzeitlich wurden diese Richtlinien überarbeitet und als "Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit in kontaminierten Bereichen" dem Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung zur Information über technische Vorschriften der EU zugeleitet; sie erhalten ihre Gültigkeit nac h Abschluß des Informationsverfahrens .

1 Allgemeines

Bei Einsätzen von Erdbaumaschinen und Spezialmaschinen des Tiefbaues in kontaminierten Bereichen, müssen die Maschinenführer gegen das Einatmen von Gefahrstoffen geschützt werden.

Erdbaumaschinen sind z.B. Bagger, Lader, Planier- und Schürfgeräte. Siehe auch DIN ISO 6165 "Erdbaumaschinen; Grundtypen; Begriffe". Spezialmaschinen des Tiefbaues sind z.B. Bagger als Trägergeräte, die mit Ramm- oder Bohreinrichtungen ausgerüstet sind.

Arbeiten in kontaminierten Bereichen siehe "Richtlinien für Arbeiten in k ontaminierten Bereichen" (ZH 1/183).

Quelle: www.arbeitssicherheit.de - Kooperation des HVBG mit dem Carl Heymanns Verlag © 2005

Unberechtigte Vervielfältigung verboten.

2 Begriffsbestimmungen

2.1 Anlagen zur Atemluftversorgung

im Sinne dieses Merkblattes sind

– Filteranlagen oder

– Atem-Druckluft-Anlagen.

2.2

Filteranlagen

im Sinne dieses Merkblattes sind Einrichtungen, mit denen Frischluft oder Umluft durch Filter von gesundheitsgefährlichen Stoffen gereinigt und durch Gebläse der Fahrerkabine als Atemluft zugeführt wird.

Atem-Druckluft-Anlage

2.3

im Sinne dieses Merkblattes sind aus Druckluftflaschen, Leitungen und Armaturen oder aus Leitungen und Armaturen bestehende Einrichtungen, mit denen Atemluft der Fahrerkabine zugeführt wird. Atem-Druckluft-Anlagen und zugehörige Füllanlagen unterliegen den Bestimmungen der Druckbehälterverordnung. Atemluft siehe DIN 3188 "Druckluft für Atemgeräte; Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfung".

3 Bau und Ausrüstung

3.1 Gemeinsame Bestimmungen

3.1.1 Die der Fahrerkabine zugeführte Frischluft muss erwärmt und der Innenraum der Kabine muss durch geeignete Einrichtungen klimatisiert werden können. Geeignete Einrichtungen sind z.B. Klimageräte oder Wärmetauscher.

3.1.2 Umluft in der Kabine, die über Einrichtungen nach Abschnitt 3.1.1 klimatisiert wird, muss durch einen Schwebstoffilter der Klasse „S" nach DIN 24 184 „Typprüfung von Schwebstoffiltern; Prüfung mit Paraffinölnebel als Prüfaerosol" gefiltert werden.

3.1.3 Türen, Fenster, Klappen und deren Verschlußeinrichtungen müssen so gestaltet sein, dass beim Öffnen unter Überdruck keine Gefahren für den Maschinenführer, z.B. durch schlagartige Bewegungen, entstehen.

3.1.4 Im Sichtfeld des Maschinenführers muss eine Kontrollanzeige für den Überdruck in der Kabine vorhanden sein. Die Kontrollanzeige soll den Bereich von 0 Pascal bis 400 Pascal umfassen. Der obere und untere Grenzwert für den Überdruck nach Abschnitt

3.1.4.2 muss  deutlich erkennbar und dauerhaft markiert sein.

3.1.5 Zusätzlich zu den Kontrollanzeigen nach Abschnitt 3.1.4 müssen in der Kabine eine

Warnleuchte und eine akustische Warneinrichtung (Hupe) vorhanden sein, die dem Maschinenführer einen Druckabfall unter den unteren Grenzwert bzw. einen Druckanstieg über den zulässigen oberen Grenzwert nach Abschnitt 3.1.22 anzeigt. Die Warneinrichtung muß mit einer Zeitverzögerung von weniger als 5 s ansprechen.

3.1.6 Im Sichtfeld des Maschinenführers muss an augenfälliger Stelle ein Hinweiszeichen (Schild) mit der Aufschrift Bei geschlossener Kabine muss die Frischluft- Versorgung in Betrieb sein! angebracht sein. Das Zeichen muss der UVV „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz" (VBG 125) entsprechen.

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3.1.7 In der Fahrerkabine muß an leicht erreichbarer Stelle eine Einrichtung zur Aufbewahrung eines geeigneten Atemschutzgerätes für die Selbstrettung (Fluchtgerät) vorhanden sein.

Siehe Abschnitt 4.1.11.

3.1.8 Filter- oder Atem-Druckluft-Anlagen und Klimageräte müssen so angeordnet, beschaffen oder gekapselt sein, dass beim Betrieb der Maschine der zulässige Schalldruckpegel (L) Pa von 85 dB(A) am Fahrerohr nicht überschritten wird.

3.1.9 Filter- oder Atem-Druckluft-Anlagen und Klimageräte müssen so angeordnet sein, dass die Sicht des Maschinenführers dadurch nicht wesentlich eingeschränkt wird. Sichteinschränkungen müssen ausgeglichen werden. Dies wird z.B. durch Spiegel, Ultraschall-, Video- oder Radareinrichtungen erreicht.

3.1.10 Filter-, Atem-Druckluft-Anlagen und Klimageräte müssen vibrationsfest angebracht sein und Beschleunigungskräften von mindestens 3 g standhalten.

3.1.11 Filter- oder Atem-Druckluft-Anlagen müssen mit geeigneten Halterungen auf der Erdbaumaschine stoß- und rüttelfest befestigt sein.

3.1.12 Außerhalb von Fahrerkabinen befindliche Armaturen müssen gegen unbefugtes Betätigen gesichert und gegen mechanische Beschädigungen durch Abdeckungen geschützt sein. Dies sind z.B. Ventile, Leitungen und deren Anschlüsse.

3.1.13 Eine Verständigung zwischen dem Maschinenführer und Begleitpersonal außerhalb der Maschine muß gewährleistet sein. Dies wird z.B. durch Sprechfunkverkehr erreicht.

3.1.14 Aufstiege und Zugänge zu Filter- oder Atem-Druckluft-Anlagen sowie Standplätze für deren Montage und Wartung müssen DIN ISO 2867 "Erdbaumaschinen; Zugänge" entsprechen.

3.1.15 Öffnungen für die Montage und Wartung von Filter- oder Atem-Druckluft-Anlagen müssen DIN ISO 2860 "Erdbaumaschinen; Öffnungen, Mindestmaße" entsprechen.

3.1.16 Für die Instandhaltung der Filter- oder Atem-Druckluft-Anlagen müssen sichere Standplätze mit einer Mindestfläche von 500 x 400 mm vorhanden sein.

3.1.17 Filter- oder Atem-Druckluft-Anlagen müssen mit Einrichtungen für den sicheren Transport versehen sein.

Dies sind z.B. Griffe, Anschlagmöglichkeiten.

3.1.18 Durch den Anbau der Filter- oder Atem-Druckluft-Anlage dürfen – Zugänge zu anderen Wartungs- und Kontrollstellen auf Erdbaumaschinen oder Spezialmaschinen des Tiefbaues nicht behindert werden, – Überrollschutzaufbauten (ROPS, TOPS) und Schutzdächer (FOPS) in ihrer Schutzwirkung nicht beeinträchtigt werden.

3.1.19 Der Fahrerkabine muss bei Überdruck nach Abschnitt 3.1.22 eine Frischluftmenge von mindestens 12 m pro Person und Stunde zugeführt werden können. Der Volumenstrom 3 muss durch ein Messgerät mit Alarmschwelleneinstellung, das bei Unterschreitung dieses Grenzwertes optischen und akustischen Alarm auslöst, gemessen werden. Die angegebene Mindestatemluftmenge setzt voraus, dass in der Fahrerkabine Rauchverbot besteht und eingehalten wird.

3.1.20 Unter Beibehaltung der Frischluftmindestmenge von 12 m pro Person und Stunde können 3 abweichend von Abschnitt 3.1.19 an Stelle des Frischluftvolumenstroms auch Sauerstoff (O) oder Kohlenstoffdioxid (CO ) durch Messgeräte mit Alarmschwelleneinstellung 22 gemessen werden. Dabei darf die Konzentration von.

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– Sauerstoff 20,4 Vol.-% nicht unterschreiten bzw.

– Kohlenstoffdioxid 0,5 Vol.-% nicht übersteigen.

Bei Unter- bzw. Überschreitung dieser Grenzwerte muss das Messgerät optischen und akustischen Alarm auslösen. Die Messpunkte der Messgeräte müssen so angeordnet sein, dass weder die zugeführte Frischluft noch die Ausatemluft gemessen werden. Funktionsstörungen an Messgeräten müssen durch Selbstüberwachung Alarm auslösen.

3.1.21 Die Messungen nach den Abschnitten 3.1.19 und 3.1.20 können entfallen, wenn die der Fahrerkabine zugeführte Frischluftmenge mehr als 20 m pro Person und Stunde beträgt. 3 Die zugeführte Frischluftmenge darf 120 m /h nicht überschreiten.

3.1.22 Fahrerkabinen und die Frischluftzufuhr müssen so ausgelegt sein, dass während des Betriebs ein Überdruck von 100 Pascal eingehalten wird und ein Überdruck von höchstens 300 Pascal nicht überschritten werden kann.

3.1.23 Die Frischluftzufuhr in Fahrerkabinen muss so ausgeführt sein, dass eine gleichmäßige Verteilung erreicht wird und Zuglufterscheinungen vermieden werden.

3.1.24 An der Fahrerkabine muss außen eine grüne Leuchte mit einer Leistung von mindestens 5 W vorhanden sein, die außenstehenden Personen anzeigt, dass die Anlage in Betrieb ist.

3.2 Besondere Bestimmungen für Maschinen mit Filteranlagen

3.2.1 Filteranlagen müssen mindestens aus folgenden Bauteilen bestehen:

  • Gebläse
  • Vorfilter: Grobstaubabscheider
  • Partikelfilter: Schwebstoffilter der Klasse S nach DIN 24 184.
  • Gasfilter: Filter, das die im Luftstrom vorhandenen gesundheitsgefährlichen Gase und Dämpfe zurückhält.
  • Filteraufnahmegehäuse: Gehäuse, in dem zumindest das Gas- und Partikelfilter untergebracht werden können.

Auswahl des Gasfiltertyps nach DIN EN 141 "Atemschutzgeräte; Gasfilter und Kombinationsfilter; Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung".

Auswahl der Filter siehe auch Abschnitte 4.2.1 und 4.2.3.

In der Praxis sind Gasfilter mit Abmessungen von z.B.

600 x 400 x 200 mm (Länge/Höhe/Tiefe für Volumenströme bis höchstens 120 m/h) und 3 360 x 250 x 140 mm (für Volumenströme bis höchstens 50 m /h) im Einsatz.

3.2.2 Filter müssen in Strömungsrichtung in der Reihenfolge angeordnet sein.

  • Vorfilter,
  • Partikelfilter,
  • Gasfilter

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3.2.3 Filter müssen abrieb- und rüttelfest sein.

3.2.4 Filteranlagen müssen so angeordnet oder beschaffen sein, daß

  • Dauerhafter Dichtsitz der Filter im Gehäuse gewährleistet ist und
  • Abgase nicht in die Fahrerkabine gesaugt oder gedrückt werden können.

3.2.5 Im Sichtfeld des Maschinenführers muß eine Kontrollanzeige vorhanden sein, die anzeigt, daß das Partikelfilter oder falls erforderlich das Partikelfilter und das Gasfilter eingebaut sind.

3.2.6 An den Filtern müssen wichtige Hinweise, z.B. für den Betrieb und die Montage, deutlich erkennbar und dauerhaft angebracht sein.

3.3 Besondere Bestimmungen für Maschinen mit Atem-Druckluft-Anlagen

3.3.1 Im Sichtfeld des Maschinenführers muß eine Kontrollanzeige für den jeweiligen Druck in den Druckluftflaschen vorhanden sein. Das Meßgerät für den Luftdruck muß eine Alarmschwelleneinstellung haben und bei Unterschreiten eines Restdruckes von 20 bar Alarm auslösen.

3.3.2 Die Halterungen müssen mit tragenden Teilen des Grundgerätes fest verbünden sein.

3.3.3 Atem-Druckluft-Anlagen mit Luftversorgung aus Druckluftflaschen müssen mit einem Hinweis auf den höchstzulässigen Flaschendruck (Fülldruck) ausgestattet sein. Eine Überschreitung des Fülldruckes um mehr als 10 % muß durch ein Sicherheitsventil verhindert sein.

3.4 Betriebsanleitung

3.4.1 Für die Fahrerkabine, die Filteranlage oder die Atem-Druckluft-Anlage auf Erdbaumaschinen oder Spezialmaschinen des Tiefbaues muß eine vom Hersteller oder Ausrüster aufgestellte, ergänzende Betriebsanleitung vorhanden sein. In der Betriebsanleitung muß darauf hingewiesen sein, daß bei besetzter und geschlossener Kabine die Luftzufuhr (Filterfrischluft bzw. Atemdruckluft) eingeschaltet sein muß.

3.4.2 Für den Betrieb, die Instandhaltung, die Einsatzzeiten der verwendeten Filter und die Filterentsorgung muß zusätzlich zur Betriebsanleitung nach Abschnitt 3.4.1 eine vom Filterhersteller oder -vertreiber aufgestellte Betriebsanleitung vorhanden sein.

4 Betrieb

4.1 Gemeinsame Bestimmungen

4.1.1 Die Erstmontage der Filter- oder Atem-Druckluft-Anlage darf nur vom Hersteller oder seinem Beauftragten vorgenommen werden.

4.1.2 Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß der jeweilige Maschinenführer vor der ersten Inbetriebnahme der Filter- oder Atem-Druckluft-Anlage in deren Gebrauch vom Hersteller der Anlage oder seinem Beauftragten unterwiesen wird.

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4.1.3 Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß beim Einsatz in nichtkontaminierten Bereichen eine ausreichende Frischluftzufuhr in die Fahrerkabine oder eine ausreichende Belüftung der Kabine sichergestellt ist.

In nicht mit Gefahrstoffen kontaminierten Bereichen kann eine ausreichende Belüftung z.B. durch Öffnen der Fenster erreicht werden.

4.1.4 Die Betriebsanleitungen nach Abschnitt 3.4 sind dem Maschinenführer bekanntzugeben und zu erläutern; sie sind in der Fahrerkabine aufzubewahren.

4.1.5 Das Einfahren von Erdbaumaschinen in kontaminierte Bereiche ist erst zulässig, wenn – die grüne Außenleuchte nach Abschnitt 3.1.24 anzeigt, daß die Frischluftversorgung der Kabine in Betrieb ist, – die Frischluft-Mindestfördermenge von 12 m /h nach Abschnitt 3.1.19 nicht 3 unterschritten und die Frischluft-Höchstfördermenge von 120 m /h nach 3 Abschnitt 3.1.21 nicht überschritten ist, – der Überdruck in der Fahrerkabine entsprechend Abschnitt 3.1.22 den Mindestwert von 100 Pascal nicht unterschreitet und den Höchstwert von 300 Pascal nicht übersteigt, – bei Maschinen mit Filteranlagen die Kontrollanzeige nach Abschnitt 3.2.5 die vollständige Filterbestückung anzeigt, – bei Maschinen mit Atem-Druckluft-Anlagen die Kontrollanzeige nach Abschnitt

3.3.1anzeigt, daß die Flaschen mit Atem-Druckluft noch ausreichend gefüllt sind.

4.1.6 Bei Druckluftabfall in der Fahrerkabine unter die Alarmschwellenwerte hat der Maschinenführer den kontaminierten Bereich mit seiner Maschine sofort zu verlassen.

4.1.7 Die Maschine darf erst dann wieder für den Einsatz in kontaminierten Bereichen in Betrieb genommen werden, wenn die Mängel beseitigt sind. Bei Spezialmaschinen des Tiefbaues, bei denen das Herausfahren mit der Maschine nicht möglich ist, siehe Abschnitt 4.1.8.

4.1.8 Bricht der Überdruck in der Fahrerkabine zusammen, z.B. infolge von Motorausfall, Scheibenbruch, hat der Maschinenführer das in der Kabine vorhandene Atemschutzgerät für Selbstrettung aufzusetzen und den kontaminierten Bereich sofort zu verlassen.

4.1.9 Instandhaltungsarbeiten an der Filter- oder Atem-Druckluft-Anlage dürfen nur von fachlich geeigneten Personen durchgeführt werden.

4.1.10 Erdbaumaschinen und Spezialmaschinen des Tiefbaues sind unter Beachtung der vorgeschriebenen Dekontaminationsmaßnahmen regelmäßig vor Instandhaltungsarbeiten zu reinigen. Dies gilt auch bei Filterwechsel für den Innenraum des Filteraufnahmegehäuses oder für Instandhaltungsarbeiten an Atem-Druckluft-Anlagen und die Filter der Umluftanlage.

Dekontaminationsmaßnahmen siehe Abschnitt 10.3.8 und 11.3.7 der „Richtlinien für Arbeiten in kontaminierten Bereichen" (ZH 1/183).

4.1.11 Bei Instandhaltungsarbeiten in kontaminierten Bereichen sind Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und gegebenenfalls geeignetes Atemschutzgerät zu tragen.

4.1.12 Der Unternehmer hat ein Atemschutzgerät für die Selbstrettung (Fluchtgerät) zur erfügung zu stellen. Das Gerät muss in der Fahrerkabine entsprechend Abschnitt 3.1.7 aufbewahrt werden.

4.1.13 Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Unregelmäßigkeiten beim Betrieb der Atemversorgung dokumentiert werden.

4.1.14 Die Aufzeichnungen nach Abschnitt 4.1.13 müssen an der Einsatzstelle vorhanden sein und nach Beendigung der Arbeiten vom Unternehmer aufbewahrt werden.

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4.2 Besondere Bestimmungen für den Betrieb von Maschinen mit

Filteranlagen

4.2.1 Der Unternehmer hat sich vom Auftraggeber vor Beginn der Arbeiten in kontaminierten

Bereichen die Ergebnisse der vorgeschriebenen vorausgehenden Untersuchungen über vorhandene Gefahrstoffe aushändigen zu lassen und diese den Filterherstellern oder - vertreibern für die Auswahl der geeigneten Filter bekanntzugeben.

Siehe auch Abschnitt 8 der „Richtlinien für Arbeiten in kontaminierten Bereichen" (ZH 1/183).

4.2.2 Der Unternehmer hat den Filterherstellern oder -vertreibern die ermittelten Ergebnisse nach Abschnitt 4.2.1 auch bei Änderungen der Gefahrstoffsituation für die Auswahl der geeigneten Filter bekanntzugeben.

Messtechnische Überwachung der Arbeitsplätze siehe auch Abschnitt 9 der „Richtlinien für Arbeiten in kontaminierten Bereichen" (ZH 1/183).

4.2.3 Die Eignung und die Wirksamkeit der nach den Analysewerten ausgewählten Filter sind vom Filterhersteller oder -vertreiber zu bestätigen. Dies gilt auch, wenn an Stelle von Neufiltern regenerierte Filter zum Einsatz kommen.

4.2.4 Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß beim Einsatz von Gasfiltern Partikelfilter vorgeschaltet werden.

4.2.5 Bei der Filterentsorgung sind die Angaben in der Betriebsanleitung des Filterherstellers oder -vertreibers nach Abschnitt 3.4.2 zu beachten.

4.2.6 Für den Betrieb der Gasfilter hat der Maschinenführer einen Nachweis, z.B. Filterblatt, zu führen. Die Eintragung der Filterbetriebsstunden muß durch eine dafür bestimmte Person gegengezeichnet werden.

4.2.7 Die Filternachweise nach Abschnitt 4.2.6 müssen an der Einsatzstelle vorhanden sein und nach Beendigung der Arbeiten vom Unternehmer aufbewahrt werden.

4.2.8 Bei Filterwechsel sind Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und gegebenenfalls geeignetes Atemschutzgerät zu tragen. Nach Filterentnahme muß der Innenraum des Aufnahmegehäuses gereinigt werden.

Siehe auch Abschnitt 20 „Richtlinien für Arbeiten in kontaminierten Bereichen" (ZH 1/183).

4.3 Besondere Bestimmungen für den Betrieb von Maschinen mit

Atem-Druckluft-Anlagen

Die in Atem-Druckluft-Anlagen verwendeten Druckluftflaschen dürfen nur mit Atemluft nach DIN 3188 „Druckluft für Atemgeräte; Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfung" befüllt werden.

5 Prüfung

Siehe auch 4. Absatz der Vorbemerkung.

5.1 Der Maschinenführer hat vor Beginn jeder Arbeitsschicht die Funktion und die Einsatzfähigkeit der Anlage zur Atemluftversorgung gemäß den Betriebsanleitungen zu prüfen. Festgestellte Mangel sind dem Aufsichtführenden sofort zu melden.

Aufsichtführender ist, wer die Durchführung von Arbeiten zu überwachen und für deren arbeitssichere Ausführung zu sorgen hat. Er muß hierfür ausreichende Kenntnisse und Erfahrungen besitzen sowie weisungsbefugt sein.

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5 2 Fahrerkabinen mit Anlagen zur Atemluftversorgung müssen vor der ersten

Inbetriebnahme, nach jeder Instandsetzung, mindestens jedoch einmal jährlich, durch einen Sachkundigen geprüft werden. Das Ergebnis der Prüfung ist in ein Prüfbuch oder einen Prüfbericht einzutragen.

Sachkundiger ist, wer aufgrund seiner fachlichen Ausbildung und Erfahrung ausreichende Kenntnisse auf dem Gebiet von Fahrerkabinen mit Anlagen zur Atemluftversorqung hat und mit den einschlägigen staatlichen Arbeitsschutzvorschriften, Unfallverhütungsvorschriften, Richtlinien und allgemein anerkannten Regeln der Technik (z.B. DlN-Normen, VDE-

Bestimmungen, technische Regeln anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaften oder anderer Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum) soweit vertraut ist, daß er den arbeitssicheren Zustand von Fahrerkabinen mit Anlagen zur Atemluftversorgung beurteilen kann.

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Anhang

Vorschriften und Regeln

Nachstehend sind die insbesondere zu beachtenden einschlägigen Vorschriften und Regeln zusammengestellt; siehe auch 3. Absatz der Vorbemerkung:

1. Gesetze/Verordnungen

(Bezugsquelle: Buchhandel oder Carl Heymanns Verlag KG, Luxemburger Straße 449, 50939 Köln) Gerätesicherheitsgesetz.

2. Unfallverhütungsvorschriften

(Bezugsquelle: Berufsgenossenschaft oder Carl Heymanns Verlag KG, Luxemburger Straße 449, 50939 Köln) Allgemeine Vorschriften (VBG 1), Bauarbeiten (VBG 37), Gesundheitsgefährlicher mineralischer Staub (VBG 119), Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz (VBG 125).

3. Berufsgenossenschaftliche Richtlinien

(Bezugsquelle: Berufsgenossenschaft oder Carl Heymanns Verlag KG, Luxemburger Straße 449, 50939 Köln) Richtlinien für Arbeiten in kontaminierten Bereichen (ZH 1/183).

4. DIN/ISO-Normen

(Bezugsquelle: Beuth Verlag KG, Burggrafenstraße 6, 10787 Berlin) DIN EN 141 Atemschutzgeräte; Gasfilter und Kombinationsfilter; Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung, DIN ISO 2860 Erdbaumaschinen; Öffnungen, Mindestmaße. DIN ISO 2867 Erdbaumaschinen; Zugänge, DIN ISO 6165 Erdbaumaschinen; Grundtypen; Begriffe,

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DIN 3188 Druckluft für Atemgeräte; Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfung, DIN 24 184 Typprüfung von Schwebstoffiltern; Prüfung mit Paraffinölnebel als Prüfaerosol, DIN EN 45 001

Allgemeine Kriterien für die Begutachtung, bis Akkreditierung, Zertifizierung, Qualitätssicherung DIN EN 45 014 und Konformitätserkärung.

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